Ratgeber für Eigentümer

Mehrfamilienhaus energetisch sanieren ohne Eigenkapital

Alte Gas- oder Ölheizung, schlechte Energieklasse, keine Lust auf eine sechsstellige Investition: So verbessern Eigentümer von Mehrfamilienhäusern die Energieklasse um bis zu fünf Stufen, ohne selbst Kapital einzusetzen.

Mehrfamilienhaus mit Wärmepumpen und Photovoltaik auf dem Dach

Das Problem: Sanieren kostet, Nichtstun kostet mehr

Mehrfamilienhäuser der Energieklassen G und H werden im Schnitt rund 28 Prozent unter vergleichbaren Objekten der Klasse A angeboten. Banken bewerten den energetischen Zustand bei jeder Finanzierung, die CO2-Abgabe auf Gas und Öl steigt jährlich, und das Gebäudeenergiegesetz verlangt bei neuen Heizungen 65 Prozent erneuerbare Energien. Gleichzeitig sind Handwerker, Material und Zinsen so teuer wie selten. Viele Eigentümer stecken fest: Sanieren können sie nicht bezahlen, Abwarten wird jedes Jahr teurer.

Die Lösung: Wärme kaufen statt Heizung besitzen

Beim Wärmecontracting übernimmt ein Anbieter die komplette Wärmeerzeugung im Gebäude. Er baut die alte Heizzentrale um, finanziert die Technik und betreibt sie über die Vertragslaufzeit. Der Eigentümer kauft nur noch das Ergebnis: Wärme und Warmwasser zu einem festen Preis je Kilowattstunde über 10 bis 15 Jahre. Die Umbaukosten trägt der Anbieter, das Kapital des Eigentümers bleibt im Objekt.

Was eingebaut wird

  • Wärmepumpen ersetzen Kessel und Brenner. Der Speicher kommt in den Keller, die Außeneinheiten stehen am Gebäude oder auf dem Dach.
  • Photovoltaik auf dem Dach liefert den Strom für den Betrieb, wo die baulichen Gegebenheiten es zulassen.
  • Eine lernende Regelung mit Sensoren und Ventilen am bestehenden Leitungsnetz gleicht die Stränge hydraulisch ab und senkt die Vorlauftemperatur. Bis zu 40 Prozent weniger Energieverbrauch.

Umgebaut wird in der Heizzentrale, am Gebäude und auf dem Dach. Kein Gerüst an der Fassade, kein Zutritt zu den Wohnungen, Betrieb läuft weiter.

Ergebnis: bis zu fünf Energieklassen besser

Weil der Primärenergiebedarf mit Wärmepumpen drastisch sinkt, verbessert sich die Energieklasse im Energieausweis je nach Ausgangslage um bis zu fünf Stufen, zum Beispiel von G auf B. Das Objekt verlässt die Kategorie Sanierungsfall. Beim Verkauf fällt der Abschlag weg, bei der Finanzierung bewertet die Bank neu, und die Heizkosten der Mieter werden planbar.

ThemaEigene SanierungWärmelieferung
UmbaukostenEigentümerAnbieter
Planung, Finanzierung, WartungEigentümerAnbieter
Fassade, Gerüst, Wohnungenmeist nötignicht nötig
Wärmepreisschwankt mit dem Markt10 bis 15 Jahre fest
Energieklasseje nach Umfangbis zu 5 Klassen besser

Für welche Gebäude das passt

  1. Ab 8 Wohneinheiten. Mehrfamilienhaus, nach oben offen. Mehrere Objekte eines Eigentümers prüfen wir gemeinsam.
  2. Zentrale Heizungsanlage. Eine Anlage für das Gebäude. Etagenthermen und Einzelöfen scheiden aus.
  3. Energieklasse E oder schlechter. Laut Energieausweis. Bei Fernwärme prüfen wir auch bessere Klassen.
  4. Ein Eigentümer für das ganze Gebäude. Wohnungseigentümergemeinschaften scheiden aus.
  5. Heizkosten laufen über den Eigentümer, der sie auf die Mieter umlegt.

So läuft es ab

  1. Objekt einreichen. Adresse und Eckdaten, dazu Energieausweis und Heizkostenabrechnungen der letzten drei Jahre. Dauert zwei Minuten.
  2. Kalkulation. Wir prüfen die Eckdaten und stimmen die Auslegung mit dem Anbieter ab. Rückmeldung in der Regel innerhalb von 5 Werktagen.
  3. Angebot und technische Prüfung. Schriftliches Angebot mit garantiertem Preis je Kilowattstunde, Begehung von Heizzentrale, Stellfläche und Dach.
  4. Vertrag. Wärmeliefervertrag zwischen Eigentümer und Anbieter, danach Terminierung der Umsetzung.

Was es kostet

Prüfung, Begehung und Angebot sind für Eigentümer kostenfrei und unverbindlich. Die Umbaukosten trägt der Anbieter. Sie zahlen künftig den vereinbarten Wärmepreis je Kilowattstunde, der über die Laufzeit fest ist. Kola NetZero wird vom Anbieter vergütet; der Wärmeliefervertrag kommt direkt zwischen Ihnen und dem Anbieter zustande.

Häufige Fragen

Kann ich mein Mehrfamilienhaus wirklich ohne eigenes Geld energetisch sanieren?

Ja, bei der Wärmeerzeugung. Beim Wärmecontracting plant, finanziert, baut und betreibt der Anbieter die neue Heizzentrale mit Wärmepumpen, Photovoltaik und Regelung. Sie zahlen keine Umbaukosten, sondern einen festen Preis je Kilowattstunde Wärme über 10 bis 15 Jahre. Fassadendämmung und Fenster sind nicht Teil des Modells, werden für die Verbesserung der Energieklasse aber meist auch nicht gebraucht.

Wie viele Energieklassen sind realistisch?

Je nach Ausgangslage bis zu fünf Klassen, zum Beispiel von G auf B. Der Sprung kommt daher, dass Wärmepumpen den Primärenergiebedarf gegenüber Gas oder Öl drastisch senken und die lernende Regelung den Verbrauch um bis zu 40 Prozent reduziert.

Welche Gebäude kommen in Frage?

Mehrfamilienhäuser ab 8 Wohneinheiten mit zentraler Heizungsanlage, Energieklasse E oder schlechter, ein Eigentümer für das ganze Gebäude, Heizkosten laufen über den Eigentümer. Bei Fernwärme prüfen wir auch bessere Klassen, ab 50 Wohneinheiten prüfen wir Ausnahmen individuell.

Was ändert sich für die Mieter?

Die Mieter beziehen Wärme wie bisher und zahlen sie über die Betriebskostenabrechnung. Die Umstellung auf Wärmelieferung ist in § 556c BGB geregelt: Die Kosten dürfen die bisherigen Betriebskosten nicht übersteigen. Die Wohnungen müssen für den Umbau nicht betreten werden.

Wie lange dauert es bis zum Angebot?

Nach der Einreichung prüfen wir die Eckdaten in der Regel innerhalb von 5 Werktagen. Danach folgt die Begehung der Heizzentrale und des Dachs, anschließend das schriftliche Angebot mit garantiertem Preis je Kilowattstunde.

Was kostet die Prüfung?

Nichts. Prüfung, Begehung und Angebot sind für Eigentümer kostenfrei und unverbindlich. Kola NetZero wird vom Anbieter vergütet.

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Passt Ihr Objekt?

Kostenfreie Prüfung in zwei Minuten.

Energieausweis und Heizkostenabrechnungen genügen für den Start. Rückmeldung innerhalb von 5 Werktagen.

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