Kosten Erdwärme vs Luftwärmepumpe: was sich rechnet
Kosten Erdwärme vs Luftwärmepumpe im Überblick: Investition, Stromkosten, Flächenbedarf und Amortisation mit Rechenbeispiel für Mehrfamilienhäuser.

Rund 50 Jahre müsste die Stromersparnis einer Erdsonde wirken, um einen Aufpreis von 11.000 € bei 15.000 kWh jährlichem Wärmebedarf auszugleichen. Das ist das Ergebnis einer vereinfachten Modellrechnung mit den unten ausgewiesenen Anschaffungspreisen und Feldtestwerten, keine Prognose für ein konkretes Gebäude. Förderung, Finanzierung, Wartung und Ersatzinvestitionen bleiben dabei unberücksichtigt.
Damit verschiebt sich die Frage beim Vergleich Kosten Erdwärme vs. Luftwärmepumpe: Nicht die effizientere Wärmequelle allein entscheidet, sondern der Preis, zu dem sich ihr Vorteil tatsächlich erschließen lässt. Für Eigentümer von Mehrfamilienhäusern kommt eine weitere Hürde hinzu. Eine rechnerisch attraktive Erdsonde hilft wenig, wenn Bohrrecht, Baustellenzufahrt oder Zeitplan dagegenstehen.
Inhaltsverzeichnis
- Gesamtkosten beider Systeme auf einen Blick
- Stromverbrauch und Effizienz im Betrieb
- Wartung, Lebensdauer und Ersatzkosten
- Mehrinvestition in Jahren amortisieren
- Flächenbedarf, Genehmigung und passende Option
- Den nächsten Schritt objektbezogen prüfen
Gesamtkosten beider Systeme auf einen Blick
| Quelle und Umfang | Luft-Wasser | Erdwärme (Sole) |
|---|---|---|
| Commerzbank, Angaben für 2025 ohne Betriebskosten | ab 13.000 € | ab 16.000 € |
| DAS HAUS, Gesamtkosten 2025 | mindestens 18.000 € | mindestens 29.000 € |
| Buderus, Gesamtkosten Deutschland | 20.000–35.000 € | 25.000–40.000 € mit Erdkollektor, 27.000–50.000 € mit Erdsonde |
| EnBW, Einfamilienhaus mit 150 m², einschließlich Zubehör und Installation, 2025 | durchschnittlich rund 30.000 € | kein vergleichbarer Wert angegeben |
Die Quellen nennen unterschiedliche Preisgrößen, keine unmittelbar vergleichbaren Angebote für dasselbe Haus. Einstiegspreise, Kostenspannen und ein Durchschnittswert haben jeweils eine andere Aussagekraft. Der EnBW-Wert beschreibt ausdrücklich ein Einfamilienhaus, nicht die zentrale Versorgung eines Mehrfamilienhauses.
Die folgende Gegenüberstellung hält die Einstiegspreise der beiden Quellen getrennt.

Warum der Leistungsumfang wichtiger ist als der Einstiegspreis
Luft-Wasser ist bei der Erstinvestition meist im Vorteil, weil weder eine Erdsondenbohrung noch eine größere Kollektorfläche erschlossen werden muss. Bei zentralen Mehrfamilienhausanlagen verändern größere Wärmeerzeuger, Spitzenlastversorgung, Warmwasserspeicher, Netzertüchtigung und Schallschutz die Kostenstruktur erheblich. Darauf weist auch der Wärmepumpenvergleich von Energiefluss24 hin.
Für einen belastbaren Angebotsvergleich sollten Eigentümer deshalb prüfen, ob beide Varianten dieselben Leistungen enthalten:
- Wärmequelle: Bei Erdwärme müssen Erschließung und Baugrundrisiken erkennbar berücksichtigt sein.
- Gebäudeseite: Speicher, hydraulische Anpassungen und notwendige Arbeiten am Netzanschluss gehören auf dieselbe Vergleichsbasis.
- Betriebskonzept: Eine zusätzliche Spitzenlastversorgung darf nicht nur bei einem Angebot eingerechnet sein.
- Nebenkosten: Planung, Genehmigungen und Schallschutz sollten ausdrücklich zugeordnet werden.
Ein günstiger Wärmeerzeuger kann mit umfangreichen Nebenarbeiten verbunden sein. Umgekehrt lässt sich aus einem höheren Gesamtpreis nicht ableiten, dass das Wärmepumpenmodul selbst entsprechend teurer ist.
Vergleichsregel: Erst den Leistungsumfang vereinheitlichen, dann die Preisdifferenz bewerten.
Die objektspezifischen Kostenpositionen erläutert auch unser Beitrag zu den Preisen einer Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus. Eine andere Investitionslogik bietet unser Wärmeliefermodell: Der Anbieter trägt sämtliche Umbaukosten, der Eigentümer bringt dafür kein Eigenkapital ein. Statt eine Anlage zu kaufen, bezieht er Wärme zu einem festen Arbeitspreis je Kilowattstunde über 10 bis 15 Jahre. Kostenfrei ist dabei die Umrüstung für den Eigentümer, nicht die gelieferte Wärme.
Stromverbrauch und Effizienz im Betrieb
| Kennwert | Luft-Wasser | Erdwärme (Sole) |
|---|---|---|
| Mittlere JAZ im Fraunhofer-ISE-Feldtest | 3,4 | 4,3 |
| Gemessener JAZ-Bereich | 2,6–4,9 | 3,6–5,4 |
| Rechnerischer Strombedarf bei 15.000 kWh Wärme | rund 4.412 kWh/a | rund 3.488 kWh/a |
| Rechnerische Stromkosten bei 0,24 €/kWh | rund 1.059 €/a | rund 837 €/a |
| Jährliche Differenz zugunsten der Erdwärme | rund 924 kWh weniger Strom | rund 222 € Ersparnis |
Die Feldtestwerte stammen aus dem Fraunhofer-ISE-Projekt „WP-QS im Bestand“, zusammengefasst bei 42watt zu Wärmepumpen im Bestand; Stromverbrauch und Kosten sind daraus berechnete Modellwerte. Der Rechenweg lautet: Wärmebedarf geteilt durch Jahresarbeitszahl ergibt den Strombedarf, anschließend ergibt die Multiplikation mit dem Arbeitspreis die Stromkosten.
Die Jahresarbeitszahl, kurz JAZ, ist damit die zentrale Größe für den Betriebskostenvergleich. Sie beschreibt das Verhältnis zwischen bereitgestellter Wärme und eingesetztem Strom über den betrachteten Jahresbetrieb. Wie Wärmequelle, Wärmepumpe und Heizsystem zusammenarbeiten, erläutert unser Beitrag zur Funktionsweise von Wärmepumpen.
Woher der Effizienzvorteil kommt
Das Erdreich stellt eine stabilere Quellentemperatur bereit als die Außenluft. Luft-Wasser-Geräte arbeiten bei niedrigen Außentemperaturen unter ungünstigeren Bedingungen und können zusätzlich Energie für Abtauvorgänge benötigen. Die konstantere Soletemperatur erklärt deshalb einen wesentlichen Teil des gemessenen Vorteils.
Aus dem Mittelwert lässt sich allerdings keine zugesicherte Leistung für ein bestimmtes Gebäude ableiten. Schon die überlappenden Messbereiche zeigen, dass die Wärmequelle allein das Betriebsergebnis nicht festlegt. Eigentümer sollten eine gut ausgelegte Luftanlage deshalb nicht mit einer lediglich durchschnittlich angenommenen Erdwärmeanlage vergleichen.
Entscheidend ist die Systemgrenze der Berechnung:
- Warmwasserbereitung: Die dafür nötigen Betriebsbedingungen müssen in beiden Varianten berücksichtigt werden.
- Heizstab: Sein Stromverbrauch gehört in die Jahresbilanz und darf nicht außerhalb der Effizienzangabe verschwinden.
- Umwälzpumpen: Hilfsenergie muss auf beiden Seiten nach derselben Methode erfasst werden.
- Vorlauftemperatur: Die Planung sollte mit den im Gebäude tatsächlich benötigten Temperaturen rechnen.
Was Eigentümer am Gebäude beeinflussen können
Hydraulischer Abgleich und Heizflächenoptimierung können helfen, die erforderliche Vorlauftemperatur zu senken. Damit verbessert der Planer nicht nur eine theoretische Gerätekennzahl, sondern die Bedingungen, unter denen die Anlage im Gebäude arbeitet.
Für die Wirtschaftlichkeitsrechnung braucht es deshalb eine objektbezogen erwartete JAZ einschließlich der relevanten Nebenverbräuche. Eine Nennleistung oder ein einzelner günstiger Betriebspunkt ersetzt diese Angabe nicht. Die Feldtestmittelwerte sind eine nachvollziehbare Rechenbasis, aber keine Effizienzgarantie.
Wartung, Lebensdauer und Ersatzkosten
Ein pauschaler Wartungsvorteil reicht als Kaufargument nicht aus. Für die hier gegenübergestellten Anlagen liegen keine einheitlich abgegrenzten Wartungspreise oder belastbaren Ersatzzyklen vor. Eine Vollkostenrechnung sollte deshalb keine vermeintlich präzisen Lebensdauern aus unterschiedlichen Systembeschreibungen übernehmen.
Wichtiger ist, welche Komponenten das konkrete Angebot umfasst und welche Kosten der Betreiber selbst tragen muss. Dabei sollten Wärmequelle, Wärmepumpenmodul und Nebenanlagen getrennt erfasst werden.
Komponenten und Vertragsumfang getrennt prüfen
Für den technischen und vertraglichen Vergleich bietet sich folgende Prüfliste an:
- Luft-Wasser-Anlage: Wartungsvertrag und Leistungsbeschreibung auf Außengerät, Ventilator, Verdichter, Abtauregelung und Kondensatführung prüfen.
- Sole-Wasser-Anlage: Leistungen für Wärmepumpenmodul, Solekreis und Umwälzpumpen getrennt ausweisen lassen.
- Wärmequelle: Bei Erdsonde oder Kollektor klären, welche Prüfungen, Dokumentationen und möglichen Instandsetzungen erfasst sind.
- Ersatzteile und Arbeitszeit: Kontrollieren, ob der Vertrag lediglich Inspektionen oder auch Reparaturen und Anfahrt einschließt.
Diese Liste ist keine Zusage, dass jede genannte Arbeit regelmäßig anfällt. Sie verhindert vielmehr, dass Eigentümer einen günstigen Inspektionspreis mit einer umfassenden Betriebskostenübernahme verwechseln.
Spitzenlast und Ausfall nicht unter Wartung verstecken
Die Kosten einer zusätzlichen Wärmeversorgung sollten als eigener Posten sichtbar bleiben. Wer den Stromverbrauch eines Heizstabs bereits in der JAZ berücksichtigt, darf ihn nicht anschließend nochmals vollständig als separate Betriebsausgabe ansetzen. Umgekehrt darf die Rechnung diesen Verbrauch nicht auslassen.
Ein Wartungsvertrag ersetzt weder eine Ersatzinvestitionsplanung noch ein Konzept für den Ausfall des Wärmeerzeugers.
Bei Erdwärme gehört außerdem eine kritische Frage in die Auslegung: Wie wird ausgeschlossen, dass Entnahme und Regeneration des Erdreichs langfristig nicht zusammenpassen? Statt einen unveränderten Effizienzvorsprung zu unterstellen, sollten Eigentümer die zugrunde liegende Wärmequellenauslegung dokumentieren lassen.
Für beide Systeme gilt: Ersatzkosten erst dann konkret beziffern, wenn Anlagenkonfiguration, Vertragsdeckung und technische Annahmen feststehen. Einen möglichen Restwert der Wärmequelle sollte man ebenfalls begründen, nicht automatisch als wirtschaftlichen Vorteil verbuchen.
Mehrinvestition in Jahren amortisieren
| Wärmebedarf | Stromersparnis pro Jahr | Amortisation bei 5.000 € Mehrinvestition | Amortisation bei 11.000 € Mehrinvestition |
|---|---|---|---|
| 15.000 kWh/a | rund 222 € | rund 23 Jahre | rund 50 Jahre |
| 30.000 kWh/a | rund 443 € | rund 11 Jahre | rund 25 Jahre |
| 60.000 kWh/a | rund 886 € | rund 6 Jahre | rund 12 Jahre |
Eigene Modellrechnung: Die Tabelle verwendet die zuvor belegten mittleren Jahresarbeitszahlen und denselben Strompreis. Die kleinere Mehrinvestition ist eine frei gesetzte Vergleichsannahme, die größere entspricht der Differenz der bereits aufgeführten Mindestpreise von DAS HAUS. Gerechnet wurde mit ungerundeten Zwischenwerten, ohne Förderung, Wartung, Finanzierung und Ersatzinvestitionen.
Die Rechnung zeigt einen wichtigen Zusammenhang: Bei unveränderten Effizienzwerten steigt die absolute Stromersparnis proportional zum Wärmebedarf. Die Investitionsdifferenz bleibt in dieser Modellbetrachtung dagegen konstant. Genau diese Annahme muss bei größeren Gebäuden geprüft werden, denn dort kann auch die Erschließung der Wärmequelle umfangreicher ausfallen.
Die Grafik zeigt den vereinfachten Rechenweg.

Die eigene Rechnung aufbauen
Mehrinvestition bestimmen. Ziehen Sie die vollständigen Kosten der Luftlösung von denen der Erdwärmelösung ab. Bohrung beziehungsweise Kollektorerschließung müssen bereits enthalten sein. Die Differenz aus veröffentlichten Einstiegspreisen ist nur ein Rechenbeispiel, kein nachgewiesener Aufpreis für Ihr Haus.
Jährliche Stromersparnis berechnen. Verwenden Sie folgende Formel: Wärmebedarf × (Kehrwert der Luft-Wasser-JAZ minus Kehrwert der Sole-Wasser-JAZ) × Strompreis. Beide Effizienzannahmen müssen sich auf dasselbe Gebäude und dieselbe Bilanzgrenze beziehen.
Weitere Betriebsausgaben ergänzen. Rechnen Sie Unterschiede bei Wartung, Reparaturen, Ersatzinvestitionen und Spitzenlastversorgung hinzu. Dabei helfen die getrennten Kostenpositionen aus dem vorangehenden Abschnitt.
Förderung variantenspezifisch abziehen. Entscheidend ist nicht der Zuschuss allein, sondern die verbleibende Investitionsdifferenz. Erhalten beide Varianten denselben Zuschuss, bleibt ihr Preisabstand unverändert.
Restwerte und Finanzierung berücksichtigen. Ein verbleibender Wert der Wärmequelle kann relevant sein. Er sollte ebenso nachvollziehbar angesetzt werden wie Zinsen und spätere Ersatzkosten.
Die einfache Amortisation beantwortet ausschließlich, wann sich eine Anfangsdifferenz durch eine angenommene jährliche Ersparnis ausgleicht. Sie beantwortet nicht, welches System über die gesamte Nutzung günstiger ist. Für Mehrfamilienhäuser betont auch der Wärmepumpenratgeber von Finanztip die Bedeutung von Erschließung, Gebäudebedingungen und laufender Effizienz für die Kostenbewertung.
Vollkosten statt einer einzelnen Jahreszahl
Für eine Lebenszyklusrechnung empfiehlt sich ein Betrachtungszeitraum von 15 bis 20 Jahren, wie im zuvor verlinkten Energiefluss24-Vergleich beschrieben. Die entsprechenden Jahreskosten umfassen die annualisierte Investition, Strom, Wartung und annualisierte Ersatzkosten, abzüglich berücksichtigter Restwerte. Geteilt durch die jährlich bereitgestellte Wärmemenge ergeben sie vergleichbare Kosten je Kilowattstunde Wärme.
Alternativ lassen sich sämtliche Ausgaben und Wärmemengen über denselben Zeitraum aufsummieren. Wichtig ist, jährliche und kumulierte Größen nicht miteinander zu vermischen.
Ein höherer Strompreis verbessert unter sonst gleichen Annahmen die relative Wirtschaftlichkeit der effizienteren Anlage. Eine kurze Haltedauer kann dagegen gegen den höheren Kapitaleinsatz sprechen. Deshalb sollte die Entscheidung auch dann tragfähig bleiben, wenn die tatsächliche JAZ ungünstiger ausfällt als geplant.
Als ergänzendes Video ist folgender Beitrag eingebunden.
Flächenbedarf, Genehmigung und passende Option
| Kriterium | Luft-Wasser | Erdsonde | Erdkollektor |
|---|---|---|---|
| Flächenbedarf | Aufstellplatz für das Außengerät unter Berücksichtigung des Schallschutzes | Geeignetes Bohrfeld, Grenzen und Leitungen prüfen | Größere nutzbare Grundstücksfläche, abhängig von der Auslegung |
| Erdarbeiten | Keine Wärmequellenerschließung im Erdreich, bauliche Anschlussarbeiten objektabhängig | Bohrung nach geologischen Bedingungen, Zufahrt für Bohrgerät erforderlich | Erdarbeiten und Verlegung in der Fläche |
| Genehmigung | Standortbezogene Vorgaben und Schallschutz prüfen | Bohrrecht und mögliche Schutzgebiete klären | Leitungspläne, Flächennutzung und örtliche Anforderungen prüfen |
| Bauzeit | Abhängig von Aufstellung, Anschluss und Lieferfähigkeit | Zusätzlicher Vorlauf für Prüfung und Genehmigung neben der Bohrung | Abhängig von Erdarbeiten und Wiederherstellung der Fläche |
Diese qualitative Gegenüberstellung ersetzt keine Grundstücksprüfung. Insbesondere bedeutet „keine Bohrung“ nicht, dass eine Luftanlage ohne bauliche Vorbereitung aufgestellt werden kann. Ebenso lässt sich aus einer freien Hoffläche noch nicht ableiten, dass dort ein geeignetes Bohrfeld möglich ist.
Erdreich-Wärmepumpen erreichten 2025 rund 16.000 verkaufte Geräte und etwa 5 Prozent Marktanteil, berichtet TGA Fachplaner zu den Wärmepumpen-Marktdaten. Die geringe Verbreitung beweist keine schlechte Wirtschaftlichkeit. Sie ist aber ein Anlass, praktische Hürden nicht als unbedeutende Nebensache zu behandeln.
Erst Ausschlusskriterien, dann Wirtschaftlichkeit
Für Eigentümer ist es wenig sinnvoll, eine detaillierte Erdwärmerechnung erstellen zu lassen, bevor die grundsätzliche Erschließbarkeit geklärt ist. Umgekehrt sollte Luft-Wasser nicht allein wegen der einfacheren Wärmequelle gewählt werden, wenn am Gebäude kein geeigneter Aufstellort vorhanden ist.
Die Realisierbarkeitsprüfung sollte folgende Punkte dokumentieren:
- Grundstück und Zufahrt: Wo könnten Außengeräte, Bohrgerät oder Kollektoren tatsächlich untergebracht werden? Bestehende Leitungen und dauerhaft benötigte Nutzflächen gehören in den Lageplan.
- Schall: Welche Aufstellorte kommen mit Blick auf Nachbargebäude und Fenster infrage? Die Bewertung muss zum vorgesehenen Betriebskonzept passen.
- Netzanschluss: Welche Anschlussbedingungen gelten für die geplante Gesamtanlage? Notwendige Ertüchtigungen gehören in Kosten und Terminplan.
- Bohrrecht: Sind Erdsonden am Standort zulässig, und welche Anforderungen ergeben sich aus Schutzgebieten oder dem Untergrund?
- Bauzeit: Welche Arbeiten müssen vor Beginn der Heizperiode abgeschlossen sein? Genehmigung, Erschließung und Anlageninstallation sollten getrennt terminiert werden.
- Redundanz und Übergangsheizung: Wie bleibt die Wärmeversorgung bei Umbau, Störung oder verzögerter Inbetriebnahme gesichert?
Für Bestandsgebäude vertieft unser Beitrag zur Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus-Altbau die Einordnung der Gebäudeseite.
Welche Option unter welchen Bedingungen passt
Luft-Wasser spricht eher für sich, wenn das Grundstück eng bebaut ist, die Umsetzung zeitkritisch wird oder erhebliche Unsicherheit über den Untergrund besteht. Das ist keine automatische Genehmigungszusage. Es bedeutet lediglich, dass die Risiken einer aufwendigen Wärmequellenerschließung entfallen können.
Erdwärme verdient eine genauere Prüfung, wenn ein genehmigungsfähiges Bohrfeld vorhanden ist, der Wärmebedarf hoch und gleichmäßig ausfällt und der Eigentümer langfristig plant. Der wirtschaftliche Nutzen entsteht dann über den Betrieb, nicht durch den Namen der Technologie.
Die bessere Investitionssicherheit kann bei der weniger effizienten Anlage liegen, wenn sich deren Umsetzung und Gesamtkosten verlässlicher planen lassen.
Eine weitere Entscheidungsebene ist die Eigentumsfrage. In unserem Wärmeliefermodell übernimmt der Anbieter Planung, Finanzierung und Betrieb; der Eigentümer kauft Wärme statt Heiztechnik. Wir bündeln einzelne Objekte zu Portfolios und machen damit eine Lösung für kleinere Eigentümer zugänglich, die zuvor institutionellen Beständen ab 1.000 Einheiten vorbehalten war.
Für Gebäude ab acht Wohneinheiten kann diese Bündelung relevant sein. Sie ersetzt aber weder die technische Eignungsprüfung noch den wirtschaftlichen Vergleich. Technologieentscheidung und Finanzierungsmodell sind getrennte Fragen, die anschließend zusammengeführt werden müssen.
Den nächsten Schritt objektbezogen prüfen
Für ein konkretes Mehrfamilienhaus sind öffentliche Richtwerte ein Ausgangspunkt, kein Investitionsbeschluss. Entscheidend ist, welche Annahmen der Fachplaner für dieses Gebäude bestätigen kann und welche Risiken im Angebot verbleiben. Ein nachvollziehbarer Vergleich trennt deshalb Datenaufnahme, technische Prüfung und wirtschaftliche Bewertung.
Unterlagen zusammenstellen. Für den Einstieg benötigen wir den Energieausweis und die Heizkostenabrechnungen der letzten drei Jahre. Ergänzend werden Adresse und Kerndaten des Objekts erfasst. Diese Unterlagen ermöglichen eine erste Einordnung, ersetzen aber keine technische Auslegung.
Realisierbarkeit dokumentieren. Halten Sie fest, welche Wärmequellen am Grundstück grundsätzlich infrage kommen. Offene Fragen zu Schall, Bohrrecht, Netzanschluss und Bauablauf sollten im Prüfergebnis erkennbar bleiben, statt als stillschweigend gelöst zu gelten.
Vollkosten auf dieselbe Basis stellen. Vergleichen Sie identische Wärmemengen, dieselben Bilanzgrenzen und denselben Betrachtungszeitraum. Ergänzen Sie zur Hauptrechnung eine vorsichtigere Effizienzannahme und eine abweichende Strompreisentwicklung. So erkennen Sie, ob das Ergebnis von einer einzelnen optimistischen Annahme abhängt.
Angebote und Verantwortlichkeiten prüfen. Kontrollieren Sie, wer Erschließungsrisiken, Nachträge, Wartung und Ersatz trägt. Beim Wärmebezug muss der angebotene Arbeitspreis mit den dort enthaltenen Leistungen bewertet werden, nicht nur mit dem Strompreis einer selbst betriebenen Anlage.
Wie die Prüfung im Wärmeliefermodell abläuft
Unser Ablauf umfasst vier Schritte: Sie reichen das Objekt mit Adresse, Kerndaten, Energieausweis und Heizkostenabrechnungen ein. Darauf folgen Berechnung, Angebot mit technischer Begehung sowie die Vertragsvorbereitung mit Terminplanung der Installation.
Prüfung, Begehung und Angebot sind für Eigentümer kostenfrei. Wärmepreis und erreichbare Effizienzklasse stehen erst nach Begehung und Auslegung fest und können von einer ersten Einschätzung abweichen. Ein vorläufiger Wert sollte deshalb nicht wie ein verbindliches Angebot behandelt werden.
Kola NetZero vermittelt und begleitet den Prozess. Den Wärmeliefervertrag schließen Eigentümer und Wärmeanbieter miteinander. Für die Entscheidung zählt am Ende, ob der Kauf einer eigenen Anlage oder der vertraglich geregelte Wärmebezug besser zur Liquidität, Haltedauer und Betriebsverantwortung des Eigentümers passt.
Kola NetZero prüft und begleitet die Umrüstung von Mehrfamilienhäusern im Wärmeliefermodell, bei dem der Anbieter die Umbaukosten trägt und den Betrieb übernimmt. Wenn Sie für Ihr Gebäude Kauf und Wärmebezug gegenüberstellen möchten, reichen Sie Energieausweis und Heizkostenabrechnungen über Kola NetZero zur kostenfreien Erstprüfung ein.
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